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Förderung von Gedenkstättenfahrten

Schüler notiert sich Lebensdaten von einem jüdischen Grabstein

Foto: Andreas Weinhold | Bildungspartner NRW

Historisch-politische Bildung ist ein wichtiger Schwerpunkt der Schul- und Unterrichtsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Viele Schulen kooperieren regelmäßig mit Gedenk- und Erinnerungsstätten und haben Exkursionen zu diesen Lernorten in ihr Bildungsangebot aufgenommen. Um die Finanzierung dieser Fahrten verlässlich und unabhängig von Dritten zu gestalten, stellt das Land Nordrhein-Westfalen Fördermittel zur Verfügung. Anträge für die Förderung von Fahrten im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2018/2019 können bis zum 30.12.2018 gestellt werden.

Nachfolgend finden Sie detaillierte Informationen zu diesen Fördermitteln, die Förderrichtlinie sowie das aktuelle Antragsformular.


Förderung von Fahrten durch das Land NRW

Gedenk- und Erinnerungsstätten in NRW, in anderen Bundesländern und im Ausland

Gefördert werden Fahrten zu Gedenk- und Erinnerungsstätten mit historischem Bezug zu politischer Gewaltherrschaft, insbesondere zu den Verbrechen des Nationalsozialismus, zur SED-Diktatur oder zu den Schauplätzen beider Weltkriege. Die Orte können in Nordrhein-Westfalen, in anderen Bundesländern oder im Ausland liegen. (Eine Übersicht finden Sie unter den Menüpunkten "Gedenk- und Erinnerungsorte" und "Kooperationspartner").

Umfang und Höhe der Zuwendungen

Förderfähig sind Fahrten aller Schulformen in den Jahrgangsstufen 9 bis 13. Fahrten im Inland werden mit maximal 1.000 Euro gefördert (pauschal 40 Euro pro Schülerin/Schüler/Lehrkraft). Die maximale Fördersumme für Auslandsfahrten beträgt 3.000 Euro (pauschal 125 Euro pro Schülerin/Schüler/Lehrkraft). Bezuschusst werden die Kosten für die gemeinschaftliche An- und Abreise (ausgenommen private Kfz), Fahrtkosten am Zielort, die Kosten für Unterkunft und Verpflegung in Jugendherbergen oder Bildungsstätten (Hotelkosten nur in begründeten Ausnahmefällen), am Zielort anfallende Eintrittsgelder oder Honorare für Führungen oder Workshop-Angebote sowie Veranstaltungen im Rahmen der Vor- und Nachbereitung (z. B. die Einladung von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen oder von Expertinnen und Experten in den Unterricht). Eine Gruppengröße von zehn Schülerinnen und Schülern sollte nicht unterschritten werden. Mindestens 20 Prozent der Ausgaben sind als Eigenanteil zu erbringen. Der Zuwendungsempfänger muss ein schulischer Förderverein sein. Bei Fahrten im Inland müssen mindestens sechs Schulstunden, bei Auslandsfahrten je sechs Schulstunden an zwei Tagen am historisch-politischen Lernort verbracht werden.

Vor- und Nachbereitung im Unterricht

Der ausschließliche Besuch von Museen, Archiven, Gedenkstätten o. Ä. ist nicht förderfähig. Eine fundierte Vor- und Nachbereitung der Gedenkstättenfahrt ist aus pädagogisch-didaktischen Gründen unerlässlich und daher eine Voraussetzung für eine Förderung (siehe Menüpunkt "Didaktische Hinweise"). Die Dokumentation einer solchen Vor- und Nachbereitung kann z. B. durch Kooperation mit einem Archiv, einem Museum, einer Gedenkstätte oder mit einem Akteur der außerschulischen Jugendbildung im Rahmen von Bildungspartner NRW geleistet werden.

Antrag

Unter den nachfolgenden Links finden Sie die Förderrichtlinie über die "Gewährung von Zuwendungen des Landes für die Durchführung von Schulfahrten an Gedenkstätten politischer, insbesondere der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft im Inland und im europäischen Ausland" sowie die Formulare zur Beantragung und zur Darstellung des Fahrtenkonzeptes, zum Download und zum Ausfüllen.

ACHTUNG: Schicken Sie den Antrag bitte ausschließlich an das Dezernat 48 der für Ihre Schule zuständigen Bezirksregierung und vergessen Sie bitte nicht, die Bankverbindung anzugeben!

Im Folgenden finden Sie Hinweise auf weitere Fördermöglichkeiten und andere hilfreiche Informationen zu Gedenkstättenfahrten.


Weitere Fördermöglichkeiten

Neben der oben vorgestellten Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen gibt es weitere Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung von schulischen Fahrten zu außerschulischen Lernorten. Die folgende Liste führt verschiedene öffentliche und private Institutionen auf, die als Förderer in Frage kommen können.

Didaktische Hinweise

Der Besuch eines Gedenk- oder Erinnerungsortes bietet ein großes didaktisches Potenzial für das historisch-politische Lernen. Zu nennen sind hier unter anderem:

• Re- und Dekonstruktionskompetenz
• Auf- und Ausbau geschichtskultureller Kompetenz
• Demokratieerfahrung durch Partizipation an der Erinnerungskultur

Außerschulisches historisch-politisches Lernen hängt davon ab, dass es an vorhandene Vergangenheitsdeutungen anknüpft, dass es aktuelle Fragestellungen einbezieht und dass es Orientierung für künftiges Handeln ermöglicht. Die Gedenk- und Erinnerungsstätten sollten daher als "verunsichernde Orte" (B.Thimm et al.) genutzt werden, "die Gespräche, Fragen, Assoziationen, Interesse und Auseinandersetzung bewirken" (B. Pampel). Im Rahmen der Vor- und Nachbereitung einer solchen Fahrt im Unterricht bieten sich z. B. folgende Vorhaben an:

• Reorganisation von Biographien der am historischen Geschehen Beteiligten (viele Gedenkstätten bieten dazu Recherchemöglichkeiten)
• Verarbeitung der eigenen Reaktionen, Deutungen und Emotionen in ästhetischen Produkten
• Zeitzeugengespräche

Eine von den Lernenden gestaltete Präsentation der Eindrücke und Arbeitsergebnisse für die schulinterne oder -externe Öffentlichkeit wird nicht nur von vielen Förderern ausdrücklich gewünscht, sondern trägt zugleich zur Entwicklung historisch-politischer Handlungsfähigkeit bei.

Gedenk- und Erinnerungsorte

Die folgenden Links bieten Ihnen eine Übersicht über Gedenk- und Erinnerungsorte, die als Ziele in Frage kommen. Allein in NRW gibt es über 28 NS-Gedenk- und Erinnerungsstätten.

Kooperationspartner

Abgesehen von der Geschäftsstelle Bildungspartner NRW bieten auch verschiedene andere Institutionen Informationen und Unterstützung bei der pädagogisch-didaktischen Konzeption einer Fahrt zu Gedenk- und Erinnerungsorten an.

Für eine individuelle Beratung zu Schulfahrten im In- und Ausland, besonders in Kooperation mit außerschulischen Partnern, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail.

Ihr Ansprechpartner:


Seite zuletzt geprüft und aktualisiert: 20.November 2018

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